Wie unterscheiden sich die Cannabinoide THC und CBD voneinander?

Die Nutzpflanze Hanf (Cannabis) enthält hunderte verschiedene biochemische Verbindungen, die sich Cannabinoide, Flavonoide, Terpene und Waxe. Die meisten Cannabinoide sind in unterschiedlich hohen Konzentrationen im Hanf enthalten. Die beiden bedeutendsten Cannabinoide heißen THC und CBD. Cannabidiol (CBD) gilt als Gegenspieler des ebenso enthaltenen Tetrahydrocannabinol (THC).

THC ist psychoaktiv, ein sogenanntes High tritt nach der Einnahme ein. Dagegen besitzt CBD keinerlei berauschende oder psychoaktive Wirkung. Im Gegenteil, das CBD wirkt antagonistisch und lindert die Wirkung vom THC im Bioorganismus. Immer mehr kommen die vielseitigen positiven Eigenschaften des CBD ́s hervor und Forschungen nehmen zu. CBD Öl gehört mittlerweile zu den meist verkauften CBD Produkte auf dem CBD Markt.

 

WAS VERSTEHT MAN UNTER THC?

THC ist die Abkürzung für Tetrahydrocannabinol. Die meisten Hanfpflanzen haben

einen hohen THC-Gehalt und nur wenig CBD. Die biochemische Substanz dockt an die CB1-Rezeptoren an, die sich auf der Oberfläche der Nervenzellen befinden. Dies bewirkt die Ausschüttung des Botenstoffs Dopamin im Gehirn. Nach nur einer kurzen Zeit nach der Aufnahme von THC kommt es zu einer Veränderung der Wahrnehmung. Der rauschähnliche Zustand ist je nach Dosierung nach etwa zwei bis drei Stunden wieder langsam abgeklungen. Wegen dieser psychoaktiven Wirkung konsumieren viele Nutzer Cannabis. Nach der Einnahme werden sie euphorisch und fühlen sich entspannt. Sie verspüren mehr Appetit oder haben sogar Heißhungerattacken. Ein weiterer Grund, weshalb manche Menschen THC konsumieren, ist sein schlaffördernder Effekt. THC hat eine ähnliche Wirkung wie die vom Körper selbst produzierten Cannabinoide: Es beeinflusst Denkvermögen, Gedächtnisleistung, Konzentrationsfähigkeit, Wahrnehmung sowie motorische Bewegungen.

THC ist ein wissenschaftlich gut untersuchter Wirkstoff. Auch wenn es Schmerzen hemmen kann, kann es auch unangenehme Nebenwirkungen verursachen: Nicht wenige Nutzer verspüren unter dem Einfluss von Tetrahydrocannabinol Angstgefühle, die sich im Extremfall bis zur Paranoia steigern können. Bei Menschen mit einer bereits vorhandenen Angststörung kann THC diese noch verstärken. Wissenschaftler sprechen in diesem Zusammenhang auch von einem Psychose ähnlichen Zustand. Bereits geringe Mengen des Wirkstoffs reichen aus, um eine Wirkung hervorzurufen.

 

WAS IST CBD?

CBD ist die Abkürzung für Cannabidiol. Im Unterschied zu THC, das schon früh wissenschaftlich erforscht wurde, führte der zweite Hauptinhaltsstoff der Cannabispflanze CBD recht lange ein Schattendasein. Es kommt in den meisten Hanfsorten nur in sehr geringen Mengen vor. Nachdem man jedoch die positiven Effekte auf den menschlichen Körper erkannt hatte, baute man vermehrt Pflanzen mit höherem Cannabidiolgehalt an. Im Unterschied zu THC, das ausschließlich an CB1-Rezeptoren bindet, haben die Nervenzellen für CBD sogar zwei Arten von Rezeptoren: CB1 und CB2. Allerdings bevorzugt Cannabidiol CB2-Rezeptoren. Daher löst es auch keine rauschhaften Zustände aus. In höherer Konzentration hat CBD eine stimmungsaufhellende Wirkung. Dabeibleiben aber die mentalen Funktionen unbeeinflusst. Eine kürzlich durchgeführte wissenschaftliche Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die Einnahme von Cannabidiol keine Angstreaktionen und Paranoia auslöst. Im Gegenteil sogar: Verabreicht man einem THC-Konsumenten CBD, setzt dieses die psychoaktive Wirkung des THC herab. THC und CBD fungieren daher im Weitesten Sinne als Gegenspieler, die beide ihre Stärken haben. Ein weiteres Merkmal von CBD besteht darin, dass es sich entzündungshemmend und schmerzlindernd auf den Körper auswirken kann. Sogar auf körperliche Störungen kann sich Cannabidiol positiv auswirken. Leidet jemand beispielsweise an Migräne oder an chronischen Arthritis Schmerzen, können diese damit auf schonende Weise versucht werden zu lindern. Außerdem hat sich CBD bei Muskelkrämpfen, Schlafstörungen, epileptischen Anfällen und entzündlichen Erkrankungen als wirksam erwiesen.

Übrigens: CBD gilt als Nahrungsergänzungsmittel. Das liegt daran, dass es zu diesem Wirkstoff noch einen erheblichen Forschungsbedarf gibt. Daher kann es noch nicht als Arzneimittel zugelassen werden

Die anschließende Abbildung zeigt den Unterschied der Moleküle von THC und CBD.

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Abb. CannabizPla.net